Baubegleitende Qualitätssicherung "BQS"


Ziel der "Baubegleitenden Qualitätssicherung" ist es, Baufehler und Mängel direkt zu vermeiden bzw. möglichst früh zu erkennen um so ein dauerhaft, wertbeständiges Bauwerk zu errichten.

Die "Baubegleitende Qualitätssicherung" umfasst hauptsächlich 3 Prüfphasen :

  • Vertragscheck
  • Planungscheck
  • Baustellencheck

Der Vertragscheck soll sicherstellen, dass die vom Bauherren gewünschten Eigenschaften für den Bauvertrag klar und vollständig definiert sind und keine nachteiligen, einseitigen Vertragsbedingungen festgeschrieben werden.

Im Rahmen des Planungschecks werden die Zeichungen auf Übereinstimmung mit den "allgemein anerkannten Regeln der Technik" überprüft.

Die Planungs- und insbesondere die Ausführungsunterlagen werden auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft. Erst eine gute Planungsqualität ermöglicht eine gute Bauqualität.

Durch die Prüfphasen des Baustellenchecks wird eine Überprüfung des bautechnischen Zustandes sichergestellt. Geprüft wird, ob die Bauleistungen fach- und sachgerecht und nach ihrem Bauvertrag ausgeführt werden. Eine Bauleistungskontrolle sollte im Rahmen des Baustellenchecks an folgenden Schnittpunkten durchgeführt werden :

  • Ausschachten, Fundamente, Kellerwände mit Decke bzw. Bodenplatte
  • Fertigstellung des Rohbau
  • vor Beginn der Ausbauarbeiten
  • Überprüfung der Abdichtung der Bauteile gegen eindringende Feuchtigkeit
  • Fertigstellung der haustechnischen Rohinstallation
  • vor Einbau des schwimmenden Estrichs
  • vor Ausführung der Putzarbeiten
  • Fertigstellung der Luftdichtigkeitsschicht der wärmeumgebenden Gebäudehülle
  • bei Gesamtfertigstellung

Baubegleitend wird so eine Abnahme bei Fertigstellung des Rohbaus bzw. des gesamten Bauwerks vorbereitet.

Keine Haftungsfreistellung bezgl. Bauleitererklärung


Beispiel:
Ein Architekt wird für ein Einfamilienhaus mit Architektenleistungen beauftragt. Ein Auftrag zur Übernahme der Bauleitung nach § 51 HBO wird durch den Bauherrn erteilt. Aus Kostengründen werden viele Bauausführungsarbeiten in Eigenleistung ausgeführt. Ebenfalls aus Spargründen meint der Bauherr auch, auf die Objektüberwachung durch den Architekten verzichten zu können. In diesem Zusammenhang trennt sich der Bauherr vom Bauleiter, allerdings wird versäumt, den Wechsel bzw. die Aufgabe der Bauleitung gegenüber der Bauaufsichtsbehörde mitteilen. Die Schwierigkeiten für den Bauherren entstehen erst nach Abschluss der Bauarbeiten, als seitens der Bauaufsichtsbehörde die Aufforderung an ihn ergeht, das o. g. Formular zur abschließenden Fertigstellung - unterschrieben vom Bauleiter/in - einzureichen. In diesem Moment wendet sich der Bauherr dann händeringend an „seinen“ Architekten, er möge die Unterschrift auf der Fertigstellungsanzeige als Bauleiter nach § 51 HBO leisten. Der Bauherr bietet dem Architekten sogar an, ihn im Wege einer sog. Haftungsvereinbarung von allen Ansprüchen freizustellen.

Vorsicht:
Trotz einer derartigen Haftungsvereinbarung trägt der Bauleiter/Architekten hinsichtlich eines etwaigen falschen Inhaltes einer Bauleitererklärung die volle alleinige Verantwortung! Mit anderen Worten: Wenn ein Architekt mit der Bauüberwachung nicht beauftragt war, er also die den technischen Baubestimmungen, den genehmigten oder eingereichten Bauvorlagen, den Berechnungen und Ausführungsplänen gemäße Ausführung verantwortlich überhaupt nicht bestätigen kann, kann er die Anzeige der abschließenden Fertigstellung als Bauleiter nach § 51 HBO nicht im Vertrauen auf eine angebliche Haftungsfreistellung durch den Bauherren unterschreiben.

Eine privatrechtliche Haftungsvereinbarung zwischen Bauherr und Architekt kann niemals eine wirksame Auswirkung haben auf öffentlichrechtliche Verpflichtungen, die der Bauleiter nach 51 HBO - mit seiner speziellen Qualifikation, die der Bauherr ja gerade selbst nicht besitzt - gegenüber der Bauaufsichtsbehörde hat. Bei der Bauleitertätigkeit gemäß § 51 HBO handelt es sich nämlich gerade nicht nur um eine rein privatrechtliche Verantwortlichkeit des Architekten allein gegenüber der Bauherrschaft gemäß Architektenvertrag, sondern um eine öffentlichrechtliche Verantwortung, die der Bauleiter/Architekt gegenüber der Bauaufsichtsbehörde erklärt hat und für die er beispielsweise auch im Wege einer Ordnungswidrigkeit im Sinne des § 76 HBO zur Verantwortung gezogen werden kann.

Für bauordnungsrechtlich relevante Mängel in der Bauausführung kann die Bauherrschaft also den Bauleiter nach 51 HBO niemals freistellen! Mit seiner Unterschrift auf der Anzeige der abschließenden Fertigstellung (§ 74 HBO) gemäß § 51 Abs. 1 HBO trägt der Bauleiter die alleinige Verantwortung und kann die Erklärung dementsprechend auch nur dann abgeben, wenn er die Ordnungsgemäßheit der Bauausführung gemäß § 51 HBO uneingeschränkt bestätigen kann.

Hausbau: Sachverständige kontrollieren lassen!

Als Bauherr sollten Sie einen Baubegleiter beauftragen, um die Baufortschritte am Haus regelmäßig zu überwachen. Denn ist ein Haus ohne diese Maßnahme erst mal fertig gebaut, werden oft Mängel gefunden, deren Behebungen dann besonders aufwendig und teuer sind; ein Streit mit Bauträgern und Handwerkern inklusive. Da Sie heute als Bauherr in der Regel direkt einen Bauträger oder Generalunternehmer mit dem Bau Ihres Hauses beauftragen, sind deren Architekten selbstredend keine unabhängigen Kontrolleure mehr. Daher sollte ein externer Bausachverständiger hinzugezogen werden, der Sie schon im frühen Stadium Ihres Bauvorhabens fachkundig berät, um fundierte und eindeutige Verträge mit dem Bauträger zu schließen. Klare und eindeutige Formulierungen stärken Sie als Auftraggeber. Zur Vollständigkeit des Vertrages gehören Baupläne, Leistungsbeschreibungen, Änderungsvereinbarungen und vieles mehr. Der zweite Teil der Baubegleitung sind die Qualitätskontrollen Ihres Bausachverständigen vor Ort. Beim Bau eines Einfamilienhauses gelten fünf Termine als empfehlenswert. So kann sichergestellt werden, dass geltende Normen und Gesetze in der Baumaßnahme eingehalten werden und Sie das erhalten, was mit dem Bauträger vereinbart wurde! Die Besuche der Baustelle werden durch den beauftragten unabhängigen Bauexperten per Text und Bild dokumentiert. Etwaige Mängel werden dann direkt dem Bauträger angezeigt, um deren Behebungen zeitnah durchzusetzen und zu kontrollieren. Der dritte Teil der Baubetreuung ist das Mitwirken Ihres Sachverständigen bei der Bauabnahme. Das Kernelement dieser Abnahme ist die gemeinsame Objektbegehung aller am Bau Beteiligten. Es wird ein schriftliches Protokoll mit allen zu behebenden Mängeln und Fristen für deren Beseitigung erstellt. Je nach Ergebnis folgen dann erneute Kontrollen durch Ihren Baubegleiter. Kosten für diese effektive und nervenschonende Baubegleitung werden nach Baustellenbesuchen und weiteren Leistungen fest gelegt.